Zerfall und Wiedergeburt

Der Eversburger Bahnhof wurde in unverkennbarem Jugendstil in Kombination mit niedersächsischem Fachwerk gebaut. Er gehört so zu den schönsten Bahngebäuden Deutschlands und wäre ohne die lieben Gäste des „Gezeiten“ zum Verfall verdammt.

Im Jahre 1876 nahm die „Großherzogliche Oldenburger Eisenbahn“ ihre bis dahin längste Strecke, die "Oldenburger Südbahn" auf ehemals preußischem Gebiet, in Betrieb. Der Eversburger Bahnhof bildete die Endstation dieser Strecke.

Ab 1895 wurden die Reisezüge der „Großherzoglichen Oldenburger Eisenbahn“ zunächst bis zum "Hannoverschen Bahnhof" am heutigen Berliner Platz in Osnabrück und nach Fertigstellung des Hauptbahnhofs bis zu diesem weitergeleitet. Für den Güterverkehr war immer noch Eversburg die Endstation. Hier wurden die Güterzüge zusammengestellt bzw. aufgelöst. Die Wagenübergabe an die Staatsbahn erfolgte in Eversburg.

Als 1903 die zweite südliche Bahnstrecke nach Recke und ab 1905 die Kleinbahn nach Rheine (heute RVM) eingerichtet wurde, nahm die Bedeutung des Bahnhofs weiter zu.

1914 wurde der Rangierbahnhof im Fledder in Betrieb genommen. Die Zusammenstellung der Züge wurde von nun an im Fledder erledigt und der Eversburger Bahnhof verlor an Bedeutung. Später ließen die angeblich notwendigen Rationalisierungsmaßnahmen den Bahnhof gänzlich überflüssig werden und die DB AG baute die Infrastruktur für den Personenbahnhof zurück.

Stationen des Zerfalls ...
Der Eversburger Bahnhof war im zweiten Weltkrieg noch wichtiger Umsteigebahnhof für Reisende zwischen Oldenburg und Rheine. Ab 1967 begann die schleichende Bedeutungslosigkeit des Bahnhofes mit der Einstellung des Zugverkehrs der Tecklenburger Nordbahn. Man setzte flexiblere Buslinien ein. 1970 wurde die Stückgutabfertigung der Bundesbahn eingestellt. Die Expressgutabfertigung schloss 1976 und ab 1979 gab es keine  Fahrkarten mehr im Eversburger Bahnhof.

Anfang der neunziger Jahre hielten auch die Nahverkehrszüge aus Richtung Rheine und Oldenburg nicht mehr in Eversburg - das Aus für den Bahnhof.

Der Bahnhof wurde später noch von der Bundesbahn als Wohnheim genutzt und  dann an zwei Privatinvestoren verkauf. Es folgten mehr als 20 traurige Jahre für den Bahnhof. Konkursverfahren, Pläne für das größte Kartoffelhaus Deutschlands, Rotlichtgerüchte während der Bahnhof immer weiter verfiel.

Natürlich möchten wir gerne, dass wieder Züge am Bahnhof halten. Entsprechende Bemühungen werden wir einleiten, sobald die Außenanlagen 2011 fertiggestellt sind.

Für alle alten Bilder oder Informationen beliebiger Art über diesen schönen Bahnhof sind wir sehr dankbar und würden sie gerne auf dieser Webseite unseren Gästen und allen Interessierten zur Verfügung stellen.

Ihr Team vom "Gezeiten"

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